Experiment – 14 Tage ohne Milch

Hallo zusammen an alle, die sich für tiermilchfreie Ernährung interessieren!

ich habe mich 14 Tage ohne Tiermilch (insbesondere Kuhmilch) versucht zu ernähren (versucht deshalb, weil ich in einem Restaurant trotz Bestellung eines Früchtebechers OHNE SAHNE, dennoch Sahne bekam, ich wollte hier keinen Aufstand verursachen, wobei es nicht 100%-ig klar ist, dass die Sahne nicht tiermilchfrei ist) . Nun hier die Ergebnisse:

Der Versuch ist schon etwas älter (2014). Trotzdem möchte ich den Bericht noch teilen – eventuell bringt es jemanden etwas.

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Tag 15:

So, es sind nun exakt 14 Tage vergangen, seit dem ich das Milch-Ersatz-Experiment begonnen habe. Mein Fazit nun, welches ich so neutral und aufrichtig wie mir möglich beantworten möchte:
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Wie fühle ich mich?

Ich fühle mich immer noch sehr gut. Zumindest habe ich keine negativen Nebenwirkungen in dieser Zeit bemerkt. Positive neue Wirkungen konnte ich körperlich aber auch nicht feststellen. Dass es mich in dieser Zeit geistig oder seelisch beeinflusst hat, glaube ich weniger. Einzig kurzfristig negativer Effekt zeigte sich nach dem Trinken der Mandelmilch mit Pickelbildung. Dies zeigt sich bei mir aber relativ schnell wenn ich allgemein Produkte mit viel Zucker zu mir nehme (darunter auch Softgetränke, ein Grund weshalb ich praktisch nur Wasser trinke, falls sich je einige deswegen gefragt haben. Ich meide auch alkoholische Getränke, dies aber aus aus einem andern Grund – ich bin einfach der Ansicht, dass Alkohol für mich nicht gewinnbringend ist). Ob dies unmittelbar mit der Mandelmilch zu tun hat, kann ich nicht zu 100% (weshalb ich es im ersten Bericht auch nicht speziell erwähnt habe) bestätigen, doch geschah die Pickelbildung unmittelbar nach dem Konsum am nächsten Morgen, was zumindest sehr auffallend war.
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Was fiel mir während dieser Zeit besonders auf?

Zu Beginn bemerkte ich, dass Tiermilch in sehr vielen Produkten steckt, welche ich (sehr gerne) konsumierte. Ersatz für die Milch selbst zu finden war möglich, doch wegen der Zusammenstellung nicht einfach – besonders der Zucker in den Ersatzprodukten machte mir am meisten Mühe. Ich startete mit Mandelmlich, welches aber leider sehr zuckerhaltig war (28%). Mandelmilch mit weniger Zucker fand ich wirklich leider nirgends – Mandelmilch selbst herzustellen fände ich aber etwas umständlich, vor allem für den täglichen Bedarf. Doch es gab auch weiteren Milchersatz mit besseren Werten wie Quinoa-Reismilch (17% Zucker) oder Soja (2% Zucker) – dazu unten mehr.

In den üblichen Supermärkten, gab es leider eine wirklich sehr begrenzte Menge an Alternativen für diese Produkte. Praktisch alle Ersatzprodukte ausserhalb der Milch selbst, waren aus Soja, dem ich durch verschiedene Berichte sehr skeptisch gegenüber stehe. Auch habe ich Soja zur Komplettierung heute ausgetestet und ich finde, es kam keine Ersatzmilch näher an die echte ran bzw. es schmeckt wirklich sehr milchähnlich und die Näherwerttabelle ist zum Verwechseln ähnlich – ja beinahe beängstigend ähnlich! Ich frage mich, inwiefern hier auch Genmanipulation eine Rolle spielt, dass dieses Ergebnis erreicht wurde.

Für Interessierte, was Soja anbelangt: Unter anderem fand ich diesen Vortrag von Udo Pollmer. https://www.youtube.com/watch?v=E5Qe1DlWzIY Doch der Typ scheint ja wirklich alles zu hassen, was irgendwie mit ‘vegan’ zu tun hat (Randbemerkung: Ich ernähre mich NICHT vegan). Dennoch konnte ich viele Studien gegen Soja finden.

Ein weiterer Bericht, der ein wenig zweigeteilter ist: http://www.welt.de/wissenschaft/article2248543/Sojaprodukte-gefaehrden-die-Fruchtbarkeit.html

Zweigeteilt aber hier in dem Sinne, dass bei Asiaten, welche sich schon über ein Jahrtausend an Soja gewöhnt haben, diese Effekte meist so nicht auftreten. Mir scheint als hätte sich der westliche Mensch eher der Tier-Milch angepasst, weniger aber dem Soja. Ähnlich gilt dies nach Berichten für Asiaten, die Milchprodukte zu sich nahmen. Man bemerkte dort in den letzten Jahrzehnten einen Anstieg an Knochenschwund.

Zitat: ‘in asiatischen ländern war knochenschwund bis zu dem zeitpunkt, als man der westlichen Welt folgte und Kuhmilchprodukte einführte, praktisch unbekannt.’
http://www.vegane-gesellschaft.org/ernahrung/unsere-calcium-tipps

Was habe ich während dieser Zeit festgestellt?

An Milchersatzprodukte ist durchaus zu kommen, zumindest was die Milch selbst anbelangt. Wer beispielsweise laktoseintolerant ist, bekommt aber auch ‘normale’ Milch ohne Laktose. Überleben werden es aber alle.

Was aber andere Produkte anbelangt (Glace, Joghurt, Käse, Pudding..). Die Peta hat hier eine praktische Liste mit dem besten Ersatz zusammengestellt. Doch im Coop und im Spar fand ich diese Ersatzprodukte kaum bist gar nicht. Es gab lediglich 2 Arten von Joghurt, welche aus Soja bestehen, dem ich wie gesagt etwas zurückhaltend entgegenstehe. Bei Anfrage für milchfreien Glace- und Käseersatz bekam ich nur negative Antworten. Hier müsste wohl schon ein Vegan-Laden her. Im Moment um die Ecke für die meisten wohl eher schwer zu finden, doch der Bedarf wächst, wie in diesem Artikel von 20min zu lesen ist:

http://www.20min.ch/finance/news/story/Vegan-Supermarkt-draengt-in-die-Schweiz-18455282

Die Frage, die sich mir stellt: Wieviele der Produkte, die ich tägilch gern konsumiere gibt es ohne Soja-Milchersatz? Sofern die Soja-Frage nicht geklärt ist, bleibt dies wohl eines der grössten Argumente gegen MIlchERSATZprodukte (‘Ersatz’ hervorgehoben, da nur Milchprodukte hier keine Rolle spielen).

Als Beispiel diese Margarine: http://www.alles-vegetarisch.de/Brotaufstriche-Margarine-Alsan-BIO-MARGARINE–250g-,art-2080
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FAZIT: Milchersatz, braucht’s das?

Das ist nun die ganz grosse Frage. Man versucht durch milchähnliche Produkte, die nicht aus Tiermilch bestehen, sich neu zu orientieren. Es geht hier vor allem um GEWOHNHEIT – man sucht was Ähnliches. Hier kann man aber nun zwei Wege gehen: Man sucht wirklich was Ähnliches oder man geht ganz weg und stellt sich Produkte zusammen, die ähnliche Nährwerte haben – ganz ohne Milch! Vegan zu essen oder zumindest milchfrei zu sein geht gut. Alternativen würde man durchaus finden!

Hier bleibt es aber jedem selbst natürlich überlassen, ob er darauf verzichten möchte – sei es ethischer oder ernährungstechnischer Natur.

Wie bereits in der Einleitung meines allerersten Berichts, bin ich nun mal ein grosser Milchfan, auf die Art der Produkte würde ich deshalb nicht verzichten wollen und könnte mir durchaus vorstellen hierfür ERSATZprodukte zu mir zu nehmen, solange ich aber die Bestätigung habe, dass ich dadurch keine negativen Effekte erfahre. Da ich bisher in meinem Leben mit echter Milch keine Besonderheiten erkenne, scheint mir im Moment zumindest der Wechsel auf tierfreie Milch nicht zwingend nötig zu sein. Sollte ich aber gute Alternativen ohne Soja diesem Falle finden, wäre ich offen dafür. Menschen, die hierbei wirkliche Probleme haben, würde ich gar wirklich empfehlen, dies zu tun. Am besten aber, ganz auf Milchersatz zu verzichten, sofern man damit keine Probleme hat.

Milch aber wegen Tierschutz zu meiden, steht meiner Meinung auf einem andern Blatt, welches ich an dieser Stelle nicht gross anfange (meine allgemeine Meinung dazu: Kauft Tierprodukte aus gerechter Tierhaltung! Ich glaube auch, dass Kühe keine Mühe damit haben, Milch abzugeben, solange sie friedlich Zeit auf der Weide verbringen können. Affen konsumieren durchaus auch Fleischprodukte – dort spielt aber auch die Stärke eine Rolle, gegen grosse Tiere zu bestehen, was dann seltener gemacht wird, ein Link dazu: http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/915037/)

Kurz und knapp: Milchersatz möglich – für mich ohne Soja und viel Zucker aber, weitere Milchersatzprodukte ohne Soja wenig vorhanden, weshalb für mich als Milchfan keine Option. Sojameidung meinerseits wegen Berichten zu Hormonveränderungen.

Danke fürs Lesen und eure Inputs dazu in den letzten Tagen! Ich hoffe, das Experiment war interessant, für mich war’s das auf jeden Fall! Falls ihr Fragen, Erfahrungen oder Meinungen habt, stellt sie gerne hier. – Benji

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